Entstehung

Schwarz-Weiß-Bild vom ersten Dark-Event in Frankfurt. Besucher erkunden einen Parcours, der mit Seilen aufgebaut war, die durch die Dunkelheit führen.

Das Konzept vom Dialog im Dunkeln wurde 1988 von Dr. Andreas Heinecke entwickelt. Nach seinem Studium der Philosophie begann Andreas bei einem Radiosender in seiner Heimatstadt Baden-Baden zu arbeiten. Eines Tages wurde er gebeten, ein Arbeitstraining für einen jungen Journalisten zu entwickeln, der durch einen tragischen Autounfall sein Augenlicht verloren hatte. Andreas hatte keinerlei Erfahrungen mit Behinderungen oder Blindheit und konnte sich nicht vorstellen, wie ein Leben ohne Augenlicht von Wert sein könnte. Doch die Begegnung mit dem blinden Journalisten veränderte sein Leben. Der Kollege war ein sehr optimistischer, unkomplizierter Typ mit viel Humor, der mit seiner neuen Situation sehr gut zurechtkam. Andreas verstand, dass das Blindsein ein Potenzial birgt, welches ihm nie bewusst gewesen ist.

Foto einer gelben Tür mit einem gelben und schwarzen Spazierstock, der an der Klinke hängt.

Vorurteile über Blindheit sind weitverbreitet und Andreas erlebte, dass blinde Menschen keinen gleichberechtigten Zugang zu Bildung und Arbeitsmarkt haben. Er entschied sich, weiter im Bereich der Inklusion von Menschen mit Behinderungen zu arbeiten und wollte ein Erlebnis schaffen: Warum nicht das Licht ausschalten, einen Raum verdunkeln und blinde und sehende Menschen einladen, sich unter umgekehrten Bedingungen zu treffen? Andreas begann, mit Seilen und Klängen im Dunkeln zu experimentieren und eröffnete 1989 die erste Dialog im Dunkeln-Ausstellung in Deutschland. Damals wurde er zum sozialen Unternehmer und widmete sein Leben der Förderung dieses Ausstellungskonzeptes. Anfangs ein steiniger Weg, wuchs die Idee stetig und neue Formate wie Dinner in the Dark (1993) entstanden und Business Workshops im Dunkeln (1994) kamen hinzu. Heute ist Dialog im Dunkeln ein internationales Netzwerk, das in mehr als 41 Ländern als Ausstellung, Workshops, Dinner in the Dark oder als zusätzliche Edutainment-Formate im jeweiligen kulturellen Kontext präsent ist. Mehr als 9 Millionen Besucher*innen haben bereits ihre Erfahrung im Dunkeln gemacht und tausende von blinden Guides und Moderator*innen finden durch die Ausstellungen und Workshops eine Beschäftigung. Dialog im Dunkeln ist international anerkannt und eines der bekanntesten Social-Business-Konzepte weltweit.

Hast du Dialog im Dunkeln schon erlebt? Noch nicht?

Lass dir diese außergewöhnliche Erfahrung nicht entgehen!